Stadtgespräch des Elzer Bürgermeisterkandidaten gut besucht / Viele Themen angesprochen

Zum Anschluss seiner Veranstaltung betont Andreas Bosk, dass er das Amt des Bürgermeisters vor allem als politisches sehe. Ein Bürgermeister sei nicht der erste Sachbearbeiter der Stadt. (Foto: Leine-Deister-Zeitung vom 13.12.2025)
Elze – Alle Tische waren voll besetzt, als Andreas Bosk zum Stadtgespräch mit dem Schwerpunktthema „Sicherheit und Ordnung“ in den Saal des Stichweh’s Hotels einlud. Bosk möchte im September kommenden Jahres zum neuen Bürgermeister von Elze gewählt werden. Um sich und seine Pläne den Wählern vorzustellen und möglichst für sich zu gewinnen, veranstaltet er seine „Stadtgespräche“. Ihm gehe es vor allem darum, die Wünsche, Probleme und Sorgen der Elzer zu hören.
Dass der Saal voll wurde bei dem Thema Sicherheit und Ordnung, freue ihn auf der einen Seite, auf der anderen mache es ihn aber auch traurig, dass das Thema in Elze so groß sei. „Ich habe viele Situationen gesehen, wo ich Handlungsbedarf sehe“, stellt er fest. Und er findet, dass auch gefühlte Unsicherheiten ernst genommen werden müssten. Auch, wenn andere die gleiche Situation entspannter sehen. Unter anderem Sauberkeit, Beleuchtung, Verkehr und Kriminalität gehören zu dem Themenbereich, so Bosk. „Ich merke, dass ein Gefühl da ist, dass es nicht sicher genug für die Bürger ist“, sagte er. Dabei gehe es nicht immer um Kriminalität. Der Kandidat um das Amt des Bürgermeisters kam zunächst auf das Thema überhöhte Geschwindigkeit in der Stadt zu sprechen. Er selbst wohne an der Hauptstraße und es vergehe kein Tag, an dem nicht mit überhöhter Geschwindigkeit in den Ort gefahren werde. Er beobachte Raserei und höre von Wettrennen auf der Bahnhofstraße. Die Elzer hätten ihm gesagt, dass bei der Verwaltung nichts dagegen zu erreichen wäre. „Man sieht, dass es meistens dieselben aus der Nachbarschaft sind. Warum lassen wir zu, dass nichts passiert?“, fragte er. Das Ordnungsamt sei dafür nicht zuständig, da dieses nur den ruhenden Verkehr überwache. Und bei Gesprächen mit der Polizei ginge es auch entweder um Zuständigkeiten oder Personalknappheit.
Bosk ist der Meinung, dass es die Aufgabe des Bürgermeisters ist, Lösungen voranzutreiben, zuständige Leute an einen Tisch zu holen und Lösungen zu schaffen. Es liege in der Verantwortung des Bürgermeisters, auch schon mal Druck auszuüben bei Kreis und Land. Bei den Elzern müsse um Verständnis geworben werden, wenn es etwas nicht geht, denn dann würden sich die Bürger auch mitgenommen und verstanden fühlen.
Ein Vorschlag aus den Reihen der Gäste war die Anbringung von Geschwindigkeitstafeln. Rennfahrer hielten diese zwar nicht auf, aber manche würden auf die rot blinkende Tafel doch reagieren und vom Gaspedal gehen. Die Elzer gaben an, dass unter anderem Am Sonnenberg und auf der Sedanstraße Fahrzeuge zu schnell fahren, dass auf Gehwegen Rad- und Rollerfahrer Fußgänger in Gefahr bringen und dass im Neubaugebiet einige Straßen zu schmal gebaut wurden. Wenn dann noch wild geparkt wird, würde es für Rettungsfahrzeuge zu eng werden. Es wurde über mobile Blitzer und höhere Bußgelder gesprochen. Doch Bußgelder könne die Stadt nicht erhöhen, räumte der Kandidat ein. Er möchte lieber an die Vernunft der Bürger appellieren. Elze sei doch im positiven Sinn eine überschaubare Gemeinschaft. „Wir in Elze kennen uns noch“, so Bosk.
An der neugestalteten Hauptstraße möchte er noch ein wenig justieren. Ihm sei angetragen worden, dass die neue Pflasterung zu unübersichtlich sei für Fußgänger und Autofahrer. Einem Elzer fehlen Warnhinweise vor den Temposchwellen in Höhe der Kirche. Bosk stellte noch fest, dass zudem auch ein sicherer Gehweg zum Edeka-Markt fehle.
Auf die Frage danach, wo den Bürgern beim Thema Sicherheit und Ordnung noch der Schuh drücke, ging es zunächst um das Thema Bahnhof. Es gab Kritik zu Sauberkeit, Verkehrssituationen, Beleuchtung und fehlenden Fußgängerüberwegen. Andere beschwerten sich über zu viel Randale auf dem Kirchplatz von Jugendlichen und Betrunkenen. Vor allem im Sommer könne man jede Woche anrufen. Und dann würde es sehr lange dauern, bis die Polizei eingreife.
Auch Bosk habe schon einmal aufgrund extremer nächtlicher Ruhestörung bei der Polizei angerufen, Auch bei ihm habe es zwei Stunden gedauert, bis jemand da war. Allerdungs sei es beruhigend, dass die Polizei vor Ort rund um die Uhr telefonisch erreichbar sei. So sei immer eine Streife in der Nähe unterwegs. Er sieht die Polizei in Elze insgesamt gut aufgestellt.
Kriminalität
Bosk thematisierte zum Schluss noch Themen der Kriminalität. Er sieht ein Problem im Tankdiebstahl und bei Wohnungseinbrüchen. Diese Kriminellen seien wahrscheinlich organisiert und nicht unter den Elzern zu finden. Auch das Thema Drogen sprach er an. „Ich möchte keine Unsicherheiten schüren, aber das Thema mal ansprechen“, so Bosk. Ob es Drogen am Bahnhof, vor dem Rolanddenkmal oder vor Schulen gebe, seien in erster Linie Gerüchte. Einige im Saal waren der Meinung, dass es zwar Drogen gebe, aber dass alles leise abliefe. Nicht alle sahen hier Handlungsbedarf. Einig schienen sich aber alle zu sein, dass Kinder und Jugendliche hier geschützt werden müssten.
Bosk findet, dass das Thema Drogenkriminalität anders angegangen werden müsse. Da sei Hilfe von außen erforderlich, zum Beispiel vom Verfassungsschutz oder dem Bundeskriminalamt. „Wären Sie denn als Bürgermeister bereit, drei Streetworker für Elze einzustellen?“, wurde er gefragt, Sicher sei Sucht eher ein soziales Problem. Wenn er überzeugt wäre, dass ein Streetworker weiterhilft, will er sich dafür einsetzen. Drei neue Stellen zu schaffen, halte er dagegen für utopisch.
Währen einige Bürger der Meinung sind, dass Elze seit vielen Jahren zu wenig für Kinder und Jugendliche tue, gab es dazu Widerspruch. Es gebe genug Angebote unter anderem von Vereinen und der Jugendpflege. Diese müssten aber auch angenommen werden. Es sei wohl kaum die Aufgabe des Bürgermeisters, die Kinder dort anzumelden.
Andreas Bosk betonte einmal mehr, dass er, sollte er gewählt werden, es als seine Aufgabe sehe, Menschen zusammenzubringen, damit sich diese austauschen und Netzwerke bilden können.
Bericht von Sabine Robels
Quelle: Leine Deister Zeitung, 13.12.2025
