Bürgermeisterkandidat Andreas Bosk: Sportstättenkonzept endlich umsetzen

Beim Thema „Sportstätten“ ist das Publikumsinteresse in Elze groß. Rund 50 Teilnehmer sind beim „Stadtgespräch“ mit von der Partie. / Bürgermeisterkandidat Andreas Bosk: „Müssen uns gegenseitig zuhören.“ (Foto: Leine-Deister-Zeitung vom 15.11.2025)
Elze – „Es geht mir in erster Linie darum, dass wir uns gegenseitig zuhören und dass wir zusammen die Stadt gestalten“, betonte Elzes Bürgermeisterkandidat Andreas Bosk. Bei seinem „Stadtgespräch“ in der Bar „unique“ mit rund 50 Teilnehmern ging es dieses Mal um das Thema Sportstätten. Wie Bosk betonte, sei es nun schon sechs Jahre her, dass auf Vorschlag des Bürgermeisters ein Sportentwicklungskonzept auf den Weg gebracht wurde. Passiert sei aber bis heute noch nichts.
„Immerhin gab es im September 2021 einen Auftakttermin für das Konzept mit Vereinsvertretern und mit Beteiligung eines Vertreters der Uni Göttingen“, rief Bosk in Erinnerung. 2022 sei dann das 127-seitige Konzept vorgestellt worden, das sowohl Schwächen als auch Stärken der Elzer Sportlandschaft aufzeige. Am 27. November des Jahres 2023 habe der Verwaltungsausschuss die Verwaltung mit der Umsetzung des Konzeptes beauftragt. Am 21. April dieses Jahres habe der Rat derweil einen Antrag des Ratsherren und SSV-Vorsitzenden Martin Rieck in Sachen Sportstättenplanung abgelehnt. Rieck hatte vorgeschlagen, nach dem Verkauf des Saalestadions für eine Ersatzanlage zu sorgen. Als favorisierte Möglichkeit hatte er einen Kunstrasenplatz im Bereich der ehemaligen Krüger-Adorno-Schule genannt.
„Der SSV hatte im Vorfeld 791 Unterschriften für eine Petition gesammelt“, stellte Bosk rückblickend fest. „Am Ende hatte ich das Gefühl, dass der Rat dieser Petition keine Wertschätzung entgegengebracht hatte“, unterstrich der 48-Jährige.
„Mein Anspruch ist es, dass wir in Elze gemeinsam beim Thema Sportstättenentwicklung schneller vorankommen“, so der Bürgermeisterkandidat. Dabei werde natürlich niemand plötzlich mit einem Koffer voller Geld vorm Rathaus stehen. „Wir müssen das Geld selbst einsammeln und dabei auch den Weg der kleinen Schritte beschreiten“, sagte Bosk. Schließlich sei ja bei der Umsetzung des Konzeptes mal die Rede von 15 Millionen Euro gewesen. „Für mich steht jedenfalls fest, dass wir unser Potential nicht ausschöpfen“, betonte der Kandidat.
„Das fängt auch schon mit Kleinigkeiten an“, stimmte eine der Teilnehmerinnen des Stadtgesprächs zu. „Doch wir können ja in Elze noch nicht einmal das Sportabzeichen abnehmen“, stellte sie fest.
Ein weiterer Teilnehmer wollte wissen, was denn überhaupt mit dem Geld des Verkaufs des Saalestadion passiert. „Das Geld fließt in den Haushalt und ist nicht zweckgebunden“, antwortete Rieck, der ebenfalls zum „Stadtgespräch“ gekommen war. Doch UWE-Ratsherr Michael Röver ergänzte: „Es gab schon Gespräche darüber, dass das Geld dafür verwendet werden soll, um zunächst die größten Missstände zu beseitigen.“
Mit Blick auf den Verkauf des Saalestadions an die Firma Freytag Karosseriebau stellte Bosk klar, dass es ihm grundsätzlich schon wichtig sei, dass sich Unternehmen weiterentwickeln können. „Den Ratsbeschluss zum Verkauf des Stadions will ich auch nicht kritisieren“, betonte Bosk. Es sei aber auch immer eine Frage der Kommunikation. So hätte die Verwaltung doch den Bürgerinnen und Bürgern schon die Frage beantworten können, ob ein Teil des Verkaufserlöses zweckgebunden für den Sport ausgegeben wird oder nicht.
„Nicht alles schlecht“
Eine der Teilnehmerinnen ließ derweil die alleinige Kritik an Rat und Verwaltung in Sachen Sportstättenentwicklung nicht gelten. „Wir als Vereine haben uns auch nicht richtig eingebracht“, meinte sie. Und Swen Sander vom SSV Elze stellte fest: „Es ist ja auch nicht alles schlecht“. Dabei verwies er unter anderem auf die neue Mehrzweckhalle in Wülfingen.
„Aber bei der Kommunikation liegt gleichwohl einiges im Argen“, entgegnete Bosk. „Was wären denn nun die nächsten Schritte bei der Sportstättenentwicklung?“ fragte er in die Runde.
„Ich wäre schon froh, wenn sich die Kinder nicht mehr bei Regen auf dem Sportplatz der Astrid-Lindgren-Schule umziehen müssten“, stellte einer der Teilnehmer fest. Die dortigen Umkleiden und sanitären Einrichtungen seien nämlich in einem katastrophalen Zustand.
Jan Spillecke vom Bauamt, der auch als Vertreter des SV Wülfingen an der Versammlung teilnahm, unterstrich, dass die Verwaltung keinesfalls untätig sei. Dabei verwies er unter anderem auf die Sanierung der sanitären Anlagen auf den Sportplätzen in Wülfingen und Mehle. Außerdem sei auch eine Umrüstung der Flutlichanlagen auf den Elzer Sportplätzen vorgesehen. Unterm Strich würden dafür mehr als 200 000 Euro investiert.
Bosk forderte gegen Ende des „Stadtgesprächs“, doch endlich mal die Umsetzung des Sportentwicklungskonzepts in Angriff zu nehmen. „Wir sollten uns Experten ranholen und uns fragen, wo wir anfangen und wie wir erste Gelder einsammeln können“, meinte er.
Bericht von Michael Bornemann
Quelle: Leine Deister Zeitung, 15.11.2025
