„Energie für Elze“: Mehr Bürgerbeteiligung gewünscht

Großes Interesse bei Stadtgespräch von Andreas Bosk

Zum bereits 5. Stadtgespräch konnte Bürgermeisterkandidat Andreas Bosk wieder zahlreiche Elzerinnen und Elzer begrüßen. (Foto: privat)

Elze – Mehr als 30 Bürgerinnen und Bürger sind der Einladung von Bürgermeisterkandidat Andreas Bosk zum Stadtgespräch unter dem Titel „Energie für Elze: nachhaltig, bezahlbar und verlässlich?“ gefolgt. Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, wie die Energieversorgung in Elze und seinen Ortsteilen künftig gestaltet werden kann.

Zu Beginn stellte Bosk den aktuellen Stand der Energieerzeugung in und um Elze vor. Neben der Biogasanlage und zwei kleinen Wasserkraftwerken, gebe es über 800 Photovoltaikanlagen von klein bis groß, aber auch Windkraft. Allerdings stehen auf Elzer Gebiet derzeit nur zwei Windräder bei Esbeck. Zum kompletten Bild gehörten jedoch auch 18 weitere, die zwar direkt an das Stadtgebiet angrenzen, aber offiziell in Salzhemmendorf, Eime, Nordstemmen und Pattensen stehen. Während in Esbeck drei weitere Windräder geplant sind, entsteht nebenan in Gronau gerade ein Windpark mit neun Anlagen. Diese Entwicklung zeige sowohl die Bedeutung einer langfristigen, strategischen Planung bei Energieprojekten als auch wie wichtig die Akzeptanz vor Ort sei. Eine breite Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an Energieprojekten – auch an der finanziellen Wertschöpfung – sei ihm daher wichtig, so der parteilose Bürgermeisterkandidat.

Bosk stellte anschließend zentrale Punkte seines „Zukunftsprogramms“ zum Thema Energie, Klima und Versorgungssicherheit vor. Ein wichtiger erster Schritt sei eine umfassende Bestandsaufnahme der Energieproduktion und -nutzung in Elze und den Ortsteilen. „Nur wenn wir wissen, wo wir heute stehen, können wir strategisch entscheiden, welche Potenziale wir künftig nutzen wollen“, erklärte der 48-jährige Elzer. Der nächste Schritt sei eine kommunale Wärmeplanung für Wärme und Strom, die Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen Planungssicherheit gebe.

In der anschließenden Diskussion wurde klar, wie vielfältig die Perspektiven auf das Thema Energie sind. Diskutiert wurde unter anderem, was „bezahlbare Energie“ konkret bedeutet und welche Rolle jeder Einzelne bei der Energiewende spielen kann. Mehrere Teilnehmer sprachen sich dafür aus, stärker an lokalen Energieprojekten beteiligt zu werden – etwa über gemeinschaftlich betriebene Photovoltaikanlagen, den Einsatz von Blockheizkraftwerken, das geplante Nahwärmenetz von der Biogasanlage in den südlichen Teil der Kernstadt, aber auch den Erhalt der Wasserkraft an der Obermühle. Ein Weg könne die Gründung einer „Bürger-Energie-Genossenschaft“ sein, die sich schrittweise an Projekten beteiligt oder sie eigenständig umsetze, schlug Bosk vor.

Deutlich wurde, dass Energieprojekte vor Ort nur im Zusammenspiel vieler Akteure gelingen können. „Entscheidend ist, dass der Wunsch und das Engagement aus der Stadtgesellschaft kommen. Die Stadtverwaltung sollte dies aktiv aufgreifen und dabei helfen, gemeinsam mit Rat, örtlichen Unternehmen und Energieversorgern tragfähige Lösungen zu entwickeln“, sagte er. Viele Menschen wollten sich aktiv an der Energiezukunft ihrer Stadt beteiligen. Entscheidend sei, diese Themen langfristig zu denken und strategisch anzugehen.

Bericht zum Stadtgespräch, 13.03.2026
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