„Elze ist sozial! Aber haben wir alle im Blick?“ – Stadtgespräch mit offenem Austausch

Einsamkeit betrifft Jung und Alt – Vereine und Ehrenamt als tragende Säulen

Rund 30 Bürgerinnen und Bürger kamen am Donnerstag zum Austausch in Stichwehs Hotel am Bahnhof in Elze. (Foto: privat)

Rund 30 Bürgerinnen und Bürger sind gestern Abend in Elze meiner Einladung zum Stadtgespräch unter dem Titel „Elze ist sozial! Aber haben wir alle im Blick?“ gefolgt. In angenehmer Atmosphäre entwickelte sich schnell eine lebhafte und sehr offene Diskussion mit vielen Wortmeldungen und persönlichem Engagement. Im Mittelpunkt des Abends stand eine zentrale Frage: Erreichen wir wirklich alle Menschen in unserer Stadt – oder gibt es Gruppen, die wir zu wenig im Blick haben?

Schnell wurde deutlich, dass es dabei insbesondere um Menschen geht, die sich einsam fühlen und für die bestehende Angebote oft nicht niedrigschwellig genug sind. Das betrifft nicht nur ältere Menschen, sondern auch junge Menschen, die sich aus ganz unterschiedlichen Gründen zurückziehen oder sich von Angeboten nicht angesprochen fühlen. Dank vieler guter Beiträge aus dem Kreis der Teilnehmenden wurde intensiv darüber gesprochen, wie Einsamkeit frühzeitig erkannt und wie Menschen besser erreicht werden können. Ein wichtiger Punkt dabei: Noch mehr Kommunikation, noch mehr persönliche Ansprache und immer wieder neue Versuche, miteinander ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig war allen bewusst, dass dafür nicht immer der Mut oder die Kraft bei den Betroffenen selbst vorhanden ist – umso wichtiger ist ein unterstützendes Umfeld. Gleichzeitig wurde offen angesprochen, dass sich die Ansprache der Menschen verändert hat und nicht mehr so einfach ist wie früher.

Klar wurde aber auch: In Elze gibt es bereits ein starkes soziales Engagement. Vereine und Initiativen wie Deutsches Rotes Kreuz (DKR), Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Sozialverband (SoVD) sowie das Diakonisches Werk leisten wertvolle Arbeit und bieten vielfältige Unterstützungsangebote. Regelmäßige Treffen im Bürgertreff, das Café zur Marktzeit, Leserunden, offene Gesprächsangebote sowie verschiedene Mittags- und Nachmittagsangebote laden Menschen aller Altersgruppen ein, miteinander ins Gespräch zu kommen und Zeit miteinander zu verbringen. Die Termine sind immer online zu finden.

Neben dem Thema Einsamkeit ging es auch grundsätzlich um mehr soziales Miteinander in unserer Stadt. Mehrfach genannt wurden der Wunsch nach einem gemütlichen Café, nach sozialen Treffpunkten und Orten, an denen man sich zeitlich offen begegnen kann – ebenso wie nach festen Kommunikationspunkten, die Begegnung erleichtern.

Ich habe an diesem Abend deutlich gemacht, dass ich diese Themen sehr ernst nehme und mir viele Gedanken dazu mache. Gleichzeitig war mir wichtig, ehrlich zu benennen, was eine Stadt leisten kann – und was nicht. Eine Kommune kann diese Aufgaben nicht vollständig selbst übernehmen, weder personell noch finanziell. Aber sie kann bestehende Angebote stärker sichtbar machen, deren Kommunikation unterstützen und ihnen mehr Bühne geben.

Vor allem aber kann eine Stadt – und ein Bürgermeister – ein starker Partner des Ehrenamts sein: zuhören, fragen „Was würde euch helfen?“ und Engagement aktiv bestärken.

Ehrenamtliches Engagement stärkt nicht nur unser Gemeinwesen und das Miteinander in Elze. Es gibt auch etwas sehr Persönliches zurück: das Gefühl, gebraucht zu werden, Teil von etwas zu sein und gemeinsam etwas zu bewegen. Genau deshalb möchte ich das Ehrenamt künftig noch stärker würdigen.

Wenn ich Bürgermeister werde, möchte ich einen Elzer Ehrenamtstag mit einem Ehrenamtsfest ins Leben rufen.

Außerdem setze ich mich für die Schaffung eines sozialen Treffpunkts auf dem Elzer Hanlah ein – als Ort der Begegnung, des Austauschs und des Zusammenhalts – denn dort fehlt bislang eine solche Treffmöglichkeit.

Das Stadtgespräch hat gezeigt: Elze ist sozial engagiert. Und gleichzeitig gibt es noch viel Potenzial, noch mehr Menschen mitzunehmen. Ich danke allen, die dabei waren, für die Offenheit, die ehrlichen Worte und die vielen guten Impulse. Der Dialog geht weiter.

Bericht von Andreas Bosk, 20.02.2026

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