Bosk: „Rathaus muss Ort der Kommunikation und Transparenz werden!“

Leserbrief in der Leine-Deister-Zeitung vom 18. Februar 2026

Die Entscheidung des Rates, Fördermittel für einen Kunstrasenplatz in Mehle zu beantragen, habe ich öffentlich kritisiert. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Rat hat meine Kritik in einem Leserbrief in der LDZ am 14. Februar 2026 zurückgewiesen. Da ich darin direkt angesprochen wurde, habe ich darauf reagiert. Meine nachfolgende Antwort ist am 18. Februar als „Leserbrief zum Leserbrief“ in der LDZ veröffentlicht worden:

„Ich schätze es, dass der Fraktionsvorsitzende der SPD im Elzer Stadtrat, Reiner Jäkel, seine Argumente für einen Kunstrasenplatz in Mehle in einem Leserbrief in der LDZ öffentlich dargelegt hat. Doch genau hier liegt das Problem: Die Öffentlichkeit wurde erst nach der Entscheidung einbezogen. Transparenz und Bürgerbeteiligung sind kein Nachtrag, sondern gehören an den Anfang!

Verwaltung und Rat haben sich jedoch bewusst dafür entschieden, sich ihre Meinung unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu bilden. Anstatt in einer öffentlichen Ausschusssitzung, einer Infoveranstaltung oder über die Presse, wurde seit November ausschließlich hinter verschlossenen Türen diskutiert. Nicht nur im „nicht-öffentlichen“ Verwaltungsausschuss, sondern vor allem in „inoffiziellen“ Gremien, die die Kommunalverfassung gar nicht kennt (Fraktionsvorsitzenden-Runden und sogenannte „interfraktionelle Sitzungen“). Ohne öffentliche Kenntnis, Protokolle, Presse oder eine Kommunikation im Nachgang – das ist nichts anderes als „Hinterzimmer statt Transparenz“. Erst in der Ratssitzung am 28. Januar hat sich die Politik zu dem Förderantrag für den Kunstrasenplatz in Mehle geäußert. Da war der Förderantrag aber bereits zwei Wochen gestellt und Änderungen rein rechtlich nicht mehr möglich. Das entspricht nicht meinem Verständnis von Transparenz und Bürgerbeteiligung bei so weitreichenden Entscheidungen! Denn am Ende geht es nicht nur um Zuschüsse, sondern zunächst um bis zu eine Million Euro aus dem „Stadtsäckel“. Geld, was an anderen Stellen in den nächsten Jahren nicht ausgegeben werden kann – auch nicht in Mehle, etwa für ein Dorfgemeinschaftshaus. Zugleich wird das durch viele Vereine, Initiativen und Einzelpersonen über viele Jahre erarbeitete Sportstättenentwicklungskonzept in den Papierkorb geworfen.

Das alles hätte intensiv diskutiert werden können und müssen. Denn je breiter und intensiver die Diskussion, umso besser ist am Ende die Entscheidung – unabhängig davon, wie sie ausfällt. Dass es nach der Bekanntgabe des Förderprogramms Mitte Oktober Zeitdruck gab, ist richtig – dennoch wäre es möglich gewesen, die Bürgerinnen und Bürger in Elze und unseren Ortsteilen „mitzunehmen“. Der allergrößte Teil anderer Städte und Gemeinden in Deutschland hat gezeigt, dass das geht. Doch eine Mehrheit von Verwaltung und Rat hat sich entschieden, dass Elze diese Transparenz und Kommunikation nicht braucht. Leider nicht nur in Sachen Sportstätten, sondern auch bei vielen anderen wichtigen Themen. Sicherlich nicht aus schlechter Absicht, aber das macht es nicht besser. Das Rathaus muss endlich wieder zu einem Ort der Kommunikation und Transparenz werden!“

Andreas Bosk
parteiloser Bürgermeisterkandidat für die Stadt Elze

veröffentlicht in der Leine-Deister-Zeitung am 18. Februar 2026

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